cdrecord
ÜBERSICHT
cdrecord [ Grundoptionen ] dev=Gerät [ Track-Optionen ] Track1...Trackn
BESCHREIBUNG
Cdrecord wird verwendet, um Daten- oder Audio-Disks mit einem Orange-
Book-kompatiblen CD-Rekorder zu erstellen.
Das zu verwendende Gerät wird durch scsibus/target/lun des CD-Rekorders
angegeben. Kommunikation auf SunOS wird mit dem SCSI-Generaltreiber
scg bewerkstelligt. Andere Betriebssysteme benutzen zur Simulation
dieses Treibers eine Bibliothek. Eine mögliche Syntax dafür ist:
dev=scsibus,target,lun oder dev=target,lun. Im letzteren Fall muss der
CD-Rekorder am primären SCSI-Bus des Rechners angeschlossen sein.
Scsibus, target und lun sind Ganzzahlen. Einige Betriebssysteme oder
Implementierungen des SCSI-Transports benötigen möglicherweise die
Angabe eines zusätzlichen Dateinamens. In diesem Fall sieht die kor-
rekte Syntax für das Gerät so aus: dev=devicename:scsibus,target,lun
oder dev=devicename:target,lun. Wenn der Name der Gerätedatei, der auf
solch einem System angegeben wurde, auf exakt ein SCSI-Gerät verweist,
kann die Kurzform dev=devicename:@ oder dev=devicename:@,lun anstelle
von dev=devicename:scsibus,target,lun verwendet werden.
Um auf entfernte SCSI-Geräte zuzugreifen, muss dem SCSI-Gerätenamen ein
Verweis auf das entfernte Gerät vorangestellt werden. Dies ist
entweder REMOTE:user@host: oder REMOTE:host:.
Ein gültiger ferner SCSI-Gerätename ist REMOTE:user@host:, um ein Scan-
nen des entfernten SCSI-Busses zu erlauben oder REMOTE:user@host:1,0,0
für den Zugriff auf das SCSI-Gerät auf host verbunden mit dem SCSI-Bus
1, target 0, lun 0.
Cdrecord basiert komplett auf SCSI-Kommandos, dies ist jedoch kein
Problem, da alle CD/DVD-Brenner SCSI-Kommandos zur Kommunikation
benutzen. Selbst ATAPI-Geräte sind einfach nur SCSI-Geräte, die die
ATA-Paketschnittstelle als SCSI-Kommando-Transportschicht nutzen. Es
könnte notwendig sein, dass Sie eine alternative Transportschicht auf
der Kommandozeile angeben, wenn Ihr Betriebssystem kein vollständiges
Treiber-Untersystem implementiert, dass es ermöglicht, jedes Gerät mit-
tels SCSI-Kommandos durch eine einzelne eindeutige Nutzerschnittstelle
anzusprechen.
Um auf SCSI-Geräte mit alternativen Transportprotokollen zuzugreifen,
muss dem SCSI-Gerätenamen ein Indikator für das Transportprotokoll vor-
angestellt werden. Der Indikator kann etwas wie USCSI: oder ATAPI:
sein. Für eine Liste unterstützter Transportprotokolle für Ihre Plat-
tform verwenden Sie dev=HELP.
Wenn die Datei /etc/default/cdrecord existiert, kann als Parameter zur
dev= Option auch eine in der Datei angegebene Gerätebezeichnung genutzt
werden (vergleichen Sie den Abschnitt DATEIEN).
Auf SVr4 kompatiblen Systemen benutzt cdrecord die Echtzeit-Klasse, um
die höchstmögliche Priorität zu erlangen (höher als die aller anderen
Kernelprozesse). Auf Systemen mit dem POSIX real time scheduling
benutzt cdrecord ebenfalls Echtzeit-Scheduling, wird aber möglicher-
weise keine höhere Priorität als die anderer Kernelprozesse erhalten.
Im "Track At Once"-Modus entspricht jeder Track einer einzigen Datei,
die vorgefertigte Daten für diesen Track enthält. Beim Argument `-'
wird die Standardeingabe für diesen Track verwendet. Nur ein einziger
Track kann von der Standardeingabe gelesen werden.
GRUNDOPTIONEN
Grundoptionen müssen vor den Track-Dateien und Track-Optionen angegeben
werden.
-version
Gibt die Versionsnummer aus und beendet das Programm.
-v (verbose - informationsreich, geschwätzig)
Diese Option wird verwendet, um allgemeine Informationen während
des Brennvorgangs auszugeben, wie z.B. den Fortschritt beim
Brennen. Jedes weitere `v' erhöht die Anzahl der Meldungen.
-V Erhöht den Informationsreichtum über den "SCSI command trans-
port" um eine Stufe. Dies hilft, um Probleme mit dem CD-Reko-
rder während des Brennvorgangs zu untersuchen. Falls Sie
unverständliche Fehlerausgaben während des Brennvorgangs bekom-
men, benutzen Sie diese Option um den Fehler zu identifizieren.
-VV zeigt zusätzlich den Datenpuffer-Inhalt an. Die Benutzung
von -V oder -VV verlangsamt den Prozess und kann dadurch zur
Ursache eines Buffer-Underruns werden.
debug=#, -d
Dies setzt den Debug-Wert für verschiedenes auf # (mit debug=#)
oder erhöht dieses Debug-Level um eins (mit -d). Geben Sie -dd
an, entspricht dies debug=2. Das kann bei Problemen beim Öffnen
eines Treibers für libscg helfen, sowie bei Problemen mit Sek-
torgrößen und Sektortypen. Benutzung von debug verlangsamt den
Prozess und kann dadurch zur Ursache eines Buffer-Underruns wer-
den.
kdebug=#, kd=#
Teilt dem scg-Treiber mit, dass Kernel-Debug-Werte während der
Ausführung von SCSI-Kommandos geändert werden sollen.
-immed Teilt cdrecord mit, das SCSI IMMED Flag in verschiedenen Komman-
dos (load/eject/blank/close_track/close_session) zu setzen.
Dies kann auf fehlerhaften Systemen mit ATAPI-Festplatte und
CD/DVD-Brenner am selben Bus oder mit SCSI-Systemen die kein
disconnect/reconnect nutzen, sinnvoll sein. Diese Systeme wer-
den einfrieren, wenn eine CD/DVD gelöscht oder fixiert wird oder
während ein DVD-Brenner eine Session bis zum minimalen Wert
(etwa 800 MB) auffüllt. Setzen des -immed Flags führt zur
sofortigen Rückkehr von Kommandos, nachdem die Operation im Hin-
tergrund ausgeführt wird. Dies ermöglicht die Nutzung des
Busses durch andere Geräte und verhindert das Einfrieren des
Systems. Dies ist eine experimentelle Eigenschaft die funktion-
ieren kann oder auch nicht, abhängig vom Modell des CD/DVD-Bren-
ners. Eine korrekte Lösung wäre das richtige Verkabeln, aber es
scheint einige Notebooks zu geben, die vom Hersteller falsch
konfiguriert sind. Da es unmöglich ist, dieses Problem in Note-
books zu lösen, wurde die -immed Option hinzugefügt.
Eine zweite experimentelle Eigenschaft von -immed ist das
kurzzeitige Warten, während ein Medium beschrieben wird. Es
wird erwartet, das dies den IDE-Bus freigibt, wenn der CD/DVD-
Brenner und die Datenquelle mit dem selben IDE-Kabel verbunden
sind. In diesem Fall würde der CD/DVD-Brenner normalerweise den
IDE-Bus für fast die ganze Zeit blockieren, was es unmöglich
machen würde, auf die Daten vom Quellgerät zuzugreifen. Vergle-
ichen Sie auch die minbuf= und -v Option.
Beide Features sollten auf eigenes Risiko verwendet werden.
Wenn sich herausstellt, dass es sinnvoll wäre, eine eigene
Option für die Verzögerung zu haben, schreiben Sie dem Autor und
überzeugen Sie ihn.
minbuf=value
Die minbuf= Option erlaubt das Setzen des minimalen Füllstand-
verhältnisses für die experimentelle ATAPI-Verzögerung zum
Freigeben des IDE-Busses, um es zu ermöglichen, die Festplatte
und den CD/DVD-Brenner am selben IDE-Kabel zu betreiben. Da die
Verzögerung zurzeit nur funktioniert, wenn die -v Option genutzt
wird, wird dies von cdrecord im Falle der -immed und minbuf=
Optionen automatisch verwendet. Gültige Werte für minbuf= sind
zwischen 25 und 95 für einen Minimalwert von 25%...95% für den
Geräte-Puffer.
-dummy (Simulation)
Der CD-Brenner passiert alle Schritte des Brennvorgangs ohne den
Laser zu aktivieren. Es wird empfohlen, vor dem Brennen von CDs
und DVDs mehrere Tests damit durchzuführen, falls die
Geschwindigkeit des Systems nicht ausreichend bekannt ist.
-dao Schaltet in den SAO- (Session At Once)-Modus, der gewöhnlich
Disk At Once-Modus genannt wird. Dies funktioniert zurzeit nur
mit MMC-Laufwerken, die den Session At Once-Modus beherrschen.
von 2448 Bytes führt. Dies ist der bevorzugte RAW-Schreibmodus,
da er die beste Kontrolle über den CD-Schreibprozess gibt.
Sollten Sie irgendwelche Probleme mit dem Layout einer CD/DVD
oder mit sub channel Inhalt haben (z.B. falsche Zeiten auf dem
Display beim Abspielen der CD) und Ihr Gerät Schreiben im
-raw96r- oder -raw16-Modus unterstützt, sollten Sie dies auspro-
bieren. Es gibt viele CD-Brenner mit fehlerhafter Firmware, was
zu kaputten CD/DVD's im TAO- oder SAO-Mode führt. Das Schreiben
von Daten-CD/DVD's im RAW-Mode benötigt signifikant mehr CPU-
Zeit als andere Schreibmodi. Ist Ihre CPU zu langsam, kann dies
zu Buffer-Underruns führen. Es ist zu beachten, dass cdrecord
die Größe eines jeden Tracks für diesen Mode im Voraus wissen
muss (vergleichen Sie die mkisofs -print-size Option und den
BEISPIELE Abschnitt für weitere Informationen).
-raw96p
Wählt den RAW-Schreibmodus mit 2352 Bytes pro Sektor plus 96
Bytes der "packed P-W subchannel data", was zu einer Sektorgröße
von 2448 Bytes führt. Dies ist der weniger empfohlene RAW-
Schreibmodus, da nur wenige Rekorder dies unterstützen und
einige dieser Rekorder Fehler in der Firmware haben. Verwenden
Sie diesen Mode nicht, wenn Ihr Rekorder -raw96r oder -raw16
unterstützt. Das Schreiben von Daten-CD/DVDs im RAW-Mode
benötigt signifikant mehr CPU-Zeit als andere Schreibmodi. Ist
Ihre CPU zu langsam, kann dies zu Buffer-Underruns führen. Es
ist zu beachten, dass cdrecord die Größe eines jeden Tracks für
diesen Mode im Voraus wissen muss (vergleichen Sie die mkisofs
-print-size Option und den BEISPIELE Abschnitt für weitere
Informationen).
-raw16 Wählt den RAW-Schreibmodus mit 2352 Bytes pro Sektor plus 16
Bytes der "P-Q subchannel data", was zu einer Sektorgröße von
2368 Bytes führt. Unterstützt ein Rekorder -raw96r nicht, ist
dies der bevorzugte RAW-Schreibmodus. Er erlaubt nicht das
Schreiben von CD-Text oder CD+Graphics aber es ist der einzige
RAW-Schreibmodus in billigen CD-Brennern. Diese billigen Bren-
ner unterstützen in den meisten Fällen die -dao-Option nicht.
Verwenden Sie diesen Mode nicht, wenn Ihr Rekorder -raw96r
unterstützt. Das Schreiben von Daten-CD/DVD's im RAW-Mode
benötigt signifikant mehr CPU-Zeit als andere Schreibmodi. Ist
Ihre CPU zu langsam, kann dies zu Buffer-Underruns führen. Es
ist zu beachten, dass cdrecord die Größe eines jeden Tracks für
diesen Mode im Voraus wissen muss (vergleichen Sie die mkisofs
-print-size Option und den BEISPIELE Abschnitt für weitere
Informationen).
-multi Erlaubt die Herstellung von Multisession-CDs. Diese Option muss
bei allen Sessions angeben werden, außer bei der letzten Session
der CD. Die Art der Fixierung erlaubt den späteren Anschluss
mehrerer Sessions. Dies wird durch ein spezielles Inhaltsverze-
ichnis (TOC) mit einem Verweis auf den nächsten Programmbereich
erreicht. Auf diese Weise erstellte CDs sind zu den industriell
-msinfo
Liest Multisession-Informationen aus, in einer Form, wie sie von
mkisofs-1.10 oder später verstanden wird.
Diese Option ist nur mit CD's sinnvoll, die mindestens eine
abgeschlossene Session enthalten und noch nicht endgültig
abgeschlossen sind. Einige Laufwerke produzieren Fehlermeldun-
gen, falls versucht wird, Multisession-Informationen von einer
ungeeigneten CD auszulesen.
-toc Liest und gibt die Inhaltstabelle (table of content) oder PMA
der CD aus. Diese Funktion funktioniert sowohl mit CD-Brennern
als auch mit einfachen CD-ROM-Laufwerken.
-atip Liest ATIP-Informationen (absolute Time in Pre-groove) einer
beschreibbaren CD/DVD oder eines wiederbeschreibbaren CD/DVD-
Mediums und gibt sie aus. Wenn das vorliegende Laufwerk das
Auslesen von ATIP-Informationen nicht beherrscht, kann es sein,
dass nur ein Teil der Informationen oder überhaupt nichts
angezeigt wird. Nur wenige MMC-kompatiblen Laufwerke
unterstützen das Auslesen von ATIP-Informationen.
Wenn cdrecord in der Lage war, die Startzeit im Lead-In der
ersten Session zu lesen, wird der Versuch unternommen, die Daten
des Medienherstellers zu dekodieren und anzuzeigen. DVD Medien
haben keine ATIP-Informationen, aber es gibt ein Äquivalent das
gelesen und ausgegeben wird.
-fix Die CD wird nur abgeschlossen (z.B. wird das Inhaltsverzeichnis
für CD-ROM-Laufwerke geschrieben). Dies ist nützlich, wenn die
CD bereits beschrieben, aber noch nicht abgeschlossen ist.
Diese Option funktioniert z.Z. nicht bei alten TEAC-Laufwerken
(CD-R50S und CD-R55S).
-nofix Die CD wird nach der Fertigstellung nicht abgeschlossen. Dies
kann genutzt werden, um eine Audio-CD in mehreren Schritten zu
beschreiben. Eine nicht abgeschlossene CD kann i.d.R. nicht mit
einem einfachen CD-Laufwerk gelesen werden, es gibt aber Audio-
CD-Player, die damit keine Probleme haben.
-waiti Dies bewirkt ein Warten auf Daten von der Standardeingabe, bevor
der SCSI-Treiber geladen wird. Das erlaubt cdrecord das Lesen
von einer Pipe, selbst wenn zusätzliche Sessions auf eine Multi-
session-Disk geschrieben werden. Beim Schreiben einer anderen
Session auf eine Multisession-Disk, muss mkisofs zuerst die alte
Session vom Gerät auslesen, bevor die Ausgabe geschrieben wird.
Dies kann nicht erreicht werden, wenn cdrecord den SCSI-Treiber
zur gleichen Zeit startet.
-load Zieht das Medium ein und beendet das Programm. Dies funktion-
iert nur mit Schubladen-Mechanismen, kann sich aber auch beim
Kodak-Disk-Transporter als nützlich erweisen.
# ist eine Ganzzahl und entspricht dem Multiplikator im Vergle-
ich zu der normalen Audio-Geschwindigkeit (etwa 150 KB/s bei CD-
ROMs, 172 KB/s bei Audio-CDs und etwa 1385 KB/s für DVDs). Wenn
die speed Option nicht angegeben ist, versucht cdrecord eine
gerätespezifische Geschwindigkeit aus der Datei
/etc/default/cdrecord zu bestimmen und falls diese nicht
existiert, versucht es, sie aus der Umgebungsvariablen CDR_SPEED
und später aus dem CDR_SPEED= Eintrag in /etc/default/cdrecord
zu lesen. Falls kein Wert für die Geschwindigkeit gefunden
wurde, nutzt cdrecord einen gerätespezifischen Wert. Der Stan-
dard für alle neuen (MMC-kompatiblen) Geräte ist das vom Gerät
unterstützte Maximum. Verwenden Sie speed=0 für ein MMC-kompat-
ibles Gerät, wechselt cdrecord zur geringstmöglichen
Geschwindigkeit für das Gerät und das Medium. Falls ihr altes
(nicht-MMC) Laufwerk Probleme mit speed=2 oder speed=4 hat, ver-
suchen Sie speed=0.
blank=Methode
Löscht eine CD-RW und beendet das Programm oder löscht eine CD-
RW, bevor Sie beschrieben wird. Es kann mit einer der folgenden
Methoden gelöscht werden:
help Zeigt eine Liste mit allen möglichen Methoden.
all Löscht die gesamte CD. Dies könnte eine Weile
dauern.
fast Schnelles Löschen. Dabei werden nur PMA, TOC und
das Pregap gelöscht.
track Löscht einen Track.
unreserve Gibt einen reservierten Track wieder frei.
trtail Löscht das Ende eines Tracks.
unclose Gibt die letzte Session wieder frei.
session Löscht die letzte Session.
Nicht alle Geräte unterstützen alle Löschmethoden. Es kann nötig sein,
blank=all zu verwenden, wenn ein Gerät ein angegebenes Kommando als
ungültig bezeichnet. Wenn dabei der Schalter -force angegeben wird,
kann diese Option dazu benutzt werden, CD-RW-Medien zu formatieren, die
sonst nicht gelöscht/formatiert werden können. Sie werden wahrschein-
lich blank=all auswählen müssen, weil sonst einige Laufwerke mit bes-
timmten fehlerhaften CD-RW-Typen nicht weitermachen können. cdrecord
tut sein bestes, wenn der -force Schalter verwendet wird, aber es hängt
letztendlich nur von der Firmware des Laufwerks ab, ob der Löschvorgang
gelingen wird, oder eben nicht.
-format
Formatiert eine CD-RW/DVD-RW/DVD+RW. Die Formatierung ist
besteht, wird die Multiplikation dieser Zahlen ausgeführt, z.B.
ergibt fs=10x63k eine Puffergröße von 630 KBytes.
Die mit fs= angegebene Größe beinhaltet den geteilten
Arbeitsspeicher, der für die Verwaltung benötigt wird. Es ist
mindestens eine Seite des Speichers. Wenn die fs= Option nicht
vorhanden ist, versucht cdrecord den Wert der FIFO-Größe aus der
Umgebungsvariablen CDR_FIFOSIZE zu bestimmen. Die vor-
eingestellte FIFO-Größe ist zurzeit 4 MB.
FIFO wird benutzt, um die Pufferung für den Echtzeit-
Schreibprozess zu erhöhen. Es ermöglicht die Benutzung einer
Pipe von mkisofs direkt in cdrecord. Wenn der FIFO aktiv ist
und eine Pipe von mkisofs zu cdrecord führt und mkisofs vor dem
Brennanfang abbricht, wird cdrecord anhalten, bevor auf die CD
geschrieben wird. Die empfohlene Größe liegt zwischen 4 und 32
MByte. Als Faustregel gilt: Der FIFO sollte mindestens so groß
wie der interne Puffer des Brenners sein und nicht mehr als die
Hälfte des vorhandenen Arbeitsspeichers belegen. Wenn die FIFO-
Größe groß genug ist, sollte die Statistik keine Leerzustände
(empty count) aufweisen und der schlechteste Wert (min fill)
sollte nicht unter 20% liegen. Es ist aber auch nicht
empfehlenswert, zu viel Speicher für FIFO zu reservieren. Wenn
Sie mehr als 8 MB auf einer unbelasteten Maschine brauchen, ist
ihr Rechner entweder zu langsam, hat Hardware-Probleme oder ist
schlecht konfiguriert. Die sun4c-Architektur (z.B. eine Sparc-
station-2) hat nur MMU-Page Einträge für 16 MB pro Prozess.
FIFO-Größen von mehr als 14 MB bringen das System möglicherweise
dazu, viel Zeit mit dem Neuladen der MMU-Tabellen zu verbringen.
Neuere Maschinen von Sun haben dieses MMU-Hardware-Problem
nicht. Ich weiß nichts von derartigen Problemen auf PC-Hard-
ware.
Wenn Sie Buffer-Underruns oder ähnliche Probleme haben und dabei
keine Meldung bezüglich eines leeren FIFOs erhalten, dann haben
Sie echte Hardware-Probleme. Die FIFO-Größe ist in diesem Fall
ausreichend.
ts=# Setzt die maximale SCSI-Transfer-Größe auf #. Die Syntax für
die Option ts= ist dieselbe wie bei cdrecord fs=# oder sdd bs=#.
Wenn keine ts= Option angegeben wurde, verwendet cdrecord eine
Transfergröße von 63 kB. Wenn libscg kleinere Werte vom
Betriebssystem erhält, wird der Wert auf den Maximalwert
reduziert, der mit dem aktuellen Betriebssystem möglich ist.
Manchmal kann es hilfreich sein, die Transfergröße weiter zu
verkleinern oder zu vergrößern, aber es ist zu beachten, dass es
lange dauern kann, bis man einen besseren Wert durch experimen-
tieren mit der ts= Option findet.
dev=target
Gibt das SCSI-Ziel (target) für den CD-Rekorder an, siehe obige
Wenn die Option dev= nicht angegeben wird, versucht cdrecord das
Gerät aus der Umgebungsvariablen CDR_DEVICE zu bestimmen.
Wenn das Argument der dev= Option keins der Zeichen ',', '/',
'@' und ':' enthält, wird es als ein Bezeichner aus der Datei
/etc/default/cdrecord interpretiert (siehe Abschnitt DATEIEN).
gracetime=#
Setzt die Zeit bis zum Start des Schreibvorgangs auf # Sekunden.
Werte unter 2 Sekunden sind nicht erlaubt.
timeout=#
Setzt die voreingestellte Zeit des SCSI-Timeouts auf # Sekunden.
Die voreingestellte SCSI-Auszeit (Timeout) ist die kürzeste
Auszeit, die für die Übertragung der SCSI-Kommandos benutzt
wird. Wenn ein SCSI-Befehl aufgrund einer Zeitüberschreitung
versagt, können Sie die normale Auszeit durch einen Wert erset-
zen, der etwas höher als der Timeout des fehlgeschlagenen
Befehls liegt. Wenn ein Befehl mit dem erhöhten Timeout korrekt
abgearbeitet wird, berichten Sie bitte diesen Wert und den
entsprechenden Befehl dem Autor des Programms. Wenn keine time-
out Option angegeben ist, wird der voreingestellte Timeout von
40s benutzt.
driver=name
Erlaubt die Benutzung eines vom Nutzer angegebenen Treibers für
das Gerät. Um eine Liste aller verfügbaren Treiber zu bekommen,
geben Sie bitte driver=help ein. Der Grund für die Existenz
dieser Option ist, dem Anwender die Benutzung von cdrecord mit
einem anderen Gerät zu erlauben, das zwar ähnlich einem
Unterstützten ist, aber von cdrecord nicht automatisch erkannt
wird. Benutzen Sie diese Option mit extremer Vorsicht! Die
Gefahr, den Datenträger unwiderruflich zu beschädigen ist durch
die Benutzung eines anderen Treibers sehr groß. Das kleinste
Übel, dass dabei auftreten kann, ist die Fehlfunktion der Schal-
ter speed oder -dummy.
Es gibt zwei spezielle Treibereinträge in der Liste: cdr_simul
und dvd_simul. Diese Einträge wurden entwickelt, um Timing-
Tests mit beliebiger Geschwindigkeit auf Laufwerken zu
erstellen, die die -dummy Option nicht unterstützen. Die Simu-
lations-Treiber implementieren ein Laufwerk mit der Puffergröße
1 MB, die über die CDR_SIMUL_BUFSIZE Umgebungsvariable verändert
werden kann. Der Simulations-Treiber simuliert auch die
"Buffer-Underrun"-Situationen korrekt. Bei der Angabe der
-dummy Option wird die Simulation damit auch im Falle eines
Buffer-Underruns nicht abgebrochen.
driveropts=option list
Setzt treiberspezifische Optionen. Die Optionen werden in einer
kommaseparierten Liste angegeben. Um eine Liste mit gültigen
noburnfree
Schaltet die Unterstützung für "Buffer Underrun Free" ab.
varirec=Wert
Schaltet den Plextor VariRec-Schreibmodus an. Der Param-
eter Wert ist der Laserpower-Offset (-Versatz) und kann
zurzeit aus -2, -1, 0, 1, 2 gewählt werden. Zusätzlich
müssen Sie die Schreibgeschwindigkeit auf 4 setzen, um
VariRec zu nutzen.
audiomaster
Aktiviert die Yamaha Audio Master Q. R.-Fähigkeit, was in
der Regel zu hochwertigen CDs führt, die zu weniger
Leseproblemen in Hi-Fi-Playern führen. Da dies als Vari-
ante des "Session at Once"-Schreibmodus implementiert
ist, funktioniert dies nur, wenn Sie den SAO-Schreibmodus
wählen und es gibt keinen Grund dies auszuschalten. Der
Audio Master-Modus arbeitet mit reduzierter
Geschwindigkeit, kann aber auch mit Daten-CDs genutzt
werden. Im Audio Master-Modus werden die Pits (datenen-
thaltende Strukturen auf der CD) auf der CD länger
geschrieben als normalerweise, so dass die Kapazität des
Mediums reduziert wird, wenn dieses Eigenschaft gewählt
wird. Eine 74-Minuten-CD hat nur eine Kapazität von 63
Minuten wenn Audio Master aktiv ist und die Kapazität
einer 80-Minuten-CD wird auf 68 Minuten reduziert.
forcespeed
Normalerweise kennen moderne Geräte die höchstmögliche
Geschwindigkeit für verschiedene Medien und können die
Geschwindigkeit reduzieren, um bestmögliche
Schreibqualität zu erreichen. Diese Technologie ist
unter Plextor PowerRec, Ricoh Just-Speed und Yamaha Opti-
mum Write Speed Control bekannt. Einige Geräte (z.B.
Plextor, Ricoh und Yamaha) erlauben das Erzwingen der
angegebenen Geschwindigkeit, wenn das Medium so unre-
ichend ist, dass die Schreibqualität schlecht wäre.
Diese Option teilt dem Laufwerk mit, dass die angegebene
Geschwindigkeit genutzt werden soll, unabhängig von der
Qualität des Mediums.
Verwenden Sie diese Option mit extremer Vorsicht und
beachten Sie, dass das Laufwerk besser wissen sollte,
welche Medien bei voller Geschwindigkeit genutzt werden
können. forcespeed wird standardmäßig nicht genutzt,
unabhängig von den Einstellungen des Gerätes.
noforcespeed
Schaltet die forcespeed Option ab.
speedread
Einige extrem schnelle Laufwerke wie 48x und schneller
das Lesen defekter oder nicht kompatibler (illegaler)
Medien mit extremen nicht standardmäßigen zusätzlichen
(kaputten/illegalen) TOC- (Inhaltsverzeichnis-) Einträgen
im Inhaltsverzeichnis aus der zweiten oder höheren Ses-
sions. Einige dieser Disks werden benutzbar, wenn nur
die Informationen der ersten Session genutzt werden. Sie
müssen den Singlesession-Modus aktivieren, bevor die
defekte Disk eingelegt wird!
nosinglesession
Deaktiviert den Singlesession-Modus. Das Laufwerk wird
sich wie üblich verhalten.
hidecdr
Verschweigt die Tatsache, dass ein Medium schreibbar ist.
Dies erlaubt es, CD-Rs wie CD-ROMs erscheinen zu lassen
und Anwendungen glauben zu machen, dass das Medium im
Laufwerk keine CD-R ist.
nohidecdr
Deaktiviert das Verstecken von CD-R-Medien.
tattooinfo
Verwenden Sie diese Option zusammen mit -checkdrive, um
die Bild-Größeninformationen für das Yamaha DiskT@2 Fea-
ture zu bestimmen. Die Bilder haben immer eine
Zeilenlänge von 3744 Pixel. Die Zeile 0 (Radius 0) wird
auf das Zentrum der Disk abgebildet. Kennen Sie den
inneren und äußeren Radius, so werden Sie in der Lage
sein, ein vorverdrehtes Bild zu erzeugen, das später auf
der Disk unverdreht erscheinen kann.
tattoofile=Name
Verwenden Sie diese Option zusammen mit -checkdrive, um
ein für das Yamaha DiskT@2 Feature vorbereitetes Bild auf
das Medium zu schreiben. Die Datei muss "raw image B&W
data" enthalten (ein Byte pro Pixel), in einer Größe wie
sie von einem vorherigen Aufruf von tattoofile=Name
stammt. Ist die Größe des Bildes gleich der maximal
möglichen Größe (3744 x 320 Pixel), so wird cdrecord den
ersten Teil der Datei nutzen. Dieser erste Teil wird
dann auf den verbliebenen Bereich der CD geschrieben.
Beachten Sie, dass das Bild gespiegelt sein muss, um auf
der Vorderseite der CD erkennbar zu sein.
-setdropts
Setzt Geräteoptionen mittels driveropts=Optionsliste, die
Geschwindigkeit (speed) des Laufwerks und die -dummy Option und
beendet das Programm. Dies erlaubt cdrecord laufwerksspezifis-
che Parameter, die nicht direkt von cdrecord genutzt werden, wie
z.B. singlesession, hidecdr und ähnliche, zu setzen.
-scanbus
Durchsucht alle SCSI-Busse nach SCSI-Geräten und gibt die abge-
fragten Namen/Gerätestrings aus. Diese Option kann benutzt wer-
den, um die SCSI-Adresse des CD-Brenners herauszufinden. Die
ausgegebenen Nummern erscheinen in der Form: bus * 100 + target
-reset (zurücksetzen)
Führt einen SCSI-Reset auf dem Bus aus, der den CD-Rekorder ans-
teuert. Dies funktioniert nicht auf allen Betriebssystemen.
-abort Versucht eine Abbruch-Sequenz an das Laufwerk zu schicken. Wenn
Sie nur cdrecord verwenden, sollte dies niemals benötigt werden;
aber andere Software kann das Laufwerk in einen nicht nutzbaren
Zustand versetzen. Aufrufen von cdrecord -reset kann nötig
sein, wenn ein vorheriger Schreibvorgang unterbrochen wurde und
die Software dem Laufwerk nicht mitteilte, dass der Schreibvor-
gang nicht fortgesetzt wird.
-overburn
Erlaubt cdrecord das Schreiben von größeren Datenmengen als die
offizielle Mediengröße. Diese Eigenschaft wird normalerweise
overburning (überbrennen) genannt und hängt von dem Fakt ab,
dass die meisten leeren Medien mehr Daten aufnehmen können als
die offizielle Größe. Da die offizielle Größe des lead-out-
Bereichs auf einer Disk 90 Sekunden beträgt (6750 Sektoren) und
eine Disk gewöhnlich funktioniert, wenn mindestens 150 Sektoren
vom lead-out vorhanden sind, können alle Medien mindestens um 88
Sekunden (6600 Sektoren) überbrannt werden. Die meisten CD-
Rekorder überbrennen nur im SAO- oder RAW-Modus. Bekannte Aus-
nahmen sind TEAC CD-R50S, TEAC CD-R55S und das Panasonic
CW-7502. Einige Laufwerke erlauben ein beliebiges Überbrennen
nicht und limitieren die Größe einer CD auf beispielsweise 76
Minuten. Dieses Problem kann umgangen werden, indem die CD im
RAW-Modus geschrieben wird, da in diesem Fall das Laufwerk die
Größe nicht vor dem Brennstart bestimmen kann. Es gibt keine
Garantie, dass Ihr Laufwerk Überbrennen überhaupt unterstützt.
Testen Sie dies, um zu bestimmen, ob Ihr Laufwerk diese Eigen-
schaft implementiert.
-ignsize
Ignoriert die bekannte Größe des Mediums. Diese Option sollte
mit extremer Vorsicht benutzt werden, sie existiert nur für
Debug-Zwecke und sollte sonst nie eingesetzt werden. Sie ist
nicht notwendig, um mehr Daten zu schreiben als die Nominalka-
pazität erlaubt. Diese Option impliziert -overburn.
-useinfo
Verwenden Sie *.inf Dateien, um Audiooptionen zu überschreiben.
Wenn diese Option verwendet wird, werden die Informationen über
Pausenlängen aus den *.inf Dateien gelesen, die den Dateien mit
den Audiodaten für den jeweilige Track entsprechen.
gestartet wird, reduzieren Sie die Schreibgeschwindigkeit auf
einen Wert unterhalb der Lesegeschwindigkeit des Quelllaufwerks
und aktivieren Sie die burnfree Option für den Rekorder.
defpregap=#
Setzt die Pausenlänge für die Pause zwischen den Tracks (mit
Ausnahme von dem Ersten). Diese Option ist z.Z. nur mit dem
TEAC-Laufwerk sinnvoll, wenn "Track At Once" Disks ohne die
2-Sekunden-Pausen vor jedem Track erstellt werden.
Diese Option wird in der Zukunft möglicherweise verschwinden.
-packet
Aktiviert den Paket-Schreibmodus. Dies ist eine experimentelle
Funktion.
pktsize=#
Stellt die Paketgröße auf # ein und erzwingt den Fixed-Paket-
Modus. Dies ist eine experimentelle Funktion.
-noclose
Schließt den aktuellen Track nicht ab, nützlich im Paket-
Schreibmodus. Dies ist eine experimentelle Funktion.
mcn=Nummer
Setzt die Medien-Katalognummer der CD auf Nummer.
-text Schreibt CD-Text-Informationen basierend auf Informationen, die
einer Datei mit ASCII-Informationen für die Texte entnommen wur-
den. Cdrecord unterstützt CD-Text-Informationen basierend auf
dem Inhalt der *.inf Dateien, die von cdda2wav erzeugt wurden
und CD-Text-Informationen basierend auf dem Inhalt einer CUE
sheet-Datei. Wenn eine CUE sheet-Datei beide (binäre CDTEXTFILE
und textbasierte SONGWRITER) Einträge enthält, werden die Infor-
mationen basierend auf CDTEXTFILE genutzt.
Sie müssen zusätzlich die -useinfo Option verwenden, um cdrecord
mitzuteilen, dass die *.inf Dateien gelesen werden sollen oder
cuefile=Dateiname angeben, um eine weitere CUE sheet-Datei ein-
lesen zu lassen. Wenn Sie lieber Ihre eigenen CD-Text-Informa-
tionen erstellen wollen, editieren Sie die *.inf Dateien oder
die CUE sheet-Datei mit einem Texteditor und ändern Sie die für
CD-Text relevanten Felder.
textfile=Dateiname
Schreibt CD-Text basierend auf Informationen, die in der binären
Datei Dateiname gefunden wurden. Diese Datei muss Informationen
in einem Datenformat enthalten, das im SCSI-3/MMC-2-Standard und
im Red-Book definiert ist. Der aus vier Bytes bestehende
Header, der im SCSI-Standard beschrieben ist, ist optional und
erlaubt die Erkennung der richtigen Daten weniger mehrdeutig.
Dies ist die beste Option, um CD-Text-Daten von existierenden
CDs zu kopieren, die bereits mit CD-Text-Informationen ausges-
TRACKOPTIONEN
Trackoptionen können zwischen den Track-Dateinamen verwendet werden.
isrc=ISRC-Nummer
Setzt die International Standard Recording Number für den nach-
folgenden Track auf ISRC-Nummer.
index=Liste
Setzt die Indexliste für den nächsten Track. Die Indexliste ist
eine mit Kommata getrennte Zahlenreihe, die vom Index 1 zählt.
Der erste Eintrag in der Liste muss eine 0 enthalten, gefolgt
von Zahlen in aufsteigender Reihenfolge, die den Indexstart
repräsentieren (1 Einheit = 1/75 Sekunde). Eine Indexliste der
Form: 0,7500,15000 setzt den Index 1 auf den Start des Tracks,
Index 2 auf 100 Sekunden nach dem Start und Index 3 auf 200
Sekunden nach dem Start.
-audio Wenn dieser Schalter vorhanden ist, werden alle nachfolgenden
Tracks im CD-DA-Format (Audioformat ähnlich dem Red-Book-Format)
geschrieben. Die Datei für den Track sollte Audiodaten in
Stereo, 16-bit, 44100 Samples/s enthalten. Die Anordnung der
Bytes sollte so aussehen: MSB links, LSB links, MSB rechts, LSB
rechts, MSB links u.s.w. (MSB=höchstwertiges Byte, LSB=niederw-
ertiges Byte). Die Tracks sollten aus einer Anzahl von
2325-Byte großen Blöcken bestehen. Es ist nicht möglich, ein
Image eines Audio-Tracks auf eine RAW-Disk zu schreiben, weil
die Daten in 2352-Byte-Blöcken während des Brennprozesses gele-
sen werden.
Wenn der Dateiname mit .au oder .wav endet, wird die Datei als
eine strukturierte Audiodatei betrachtet. Cdrecord nimmt an,
dass es sich in diesem Fall um eine Sun-Audiodatei oder eine
Microsoft-.WAV-Datei handelt und extrahiert die Audiodaten aus
diesen Dateien. Es überspringt dabei die Nicht-Audio-Informa-
tionen im Kopf der Datei. In allen anderen Fällen wird cdrecord
nur richtig funktionieren, wenn der Datenstrom keinen Header
enthält. Weil die Länge vieler Audiodateien nicht ein
Vielfaches von 1/75s ist, ist es oft notwendig, auch die Option
-pad anzugeben. Cdrecord erkennt automatisch, ob die Audiodaten
in der .WAV-Datei in Intels- (little-endian) -Format gespeichert
sind, und wird automatisch die Bytes umdrehen, wenn der CD-Bren-
ner die Daten im big-endian-Format erwartet. Cdrecord wird alle
Audiodateien zurückweisen, die nicht den Red-Book-Voraussetzun-
gen von 16-bit Stereosamples in PCM-Kodierung mit 44100 Sam-
ples/s entsprechen.
Andere strukturierte Audioformate können gewöhnlich ebenfalls
von cdrecord benutzt werden, solange die Datenstruktur den oben
beschriebenen Voraussetzungen entspricht (rohe PCM-Daten in big-
endian-Byte-Anordnung). Wenn die Datei allerdings einen Header
enthält, wird dieser als Knackgeräusch am Anfang des Tracks zu
hören sein.
des Rekorders entspricht. Sie benötigen die Option -swab nur,
wenn die Daten in Intel- (little-endian) -Byte-Ordnung vor-
liegen.
Die detaillierten Ausgaben (-verbose) von cdrecord zeigen ihnen,
ob ein Vertauschen erfolgt, um die Byte-Ordnung der Eingabedaten
auf den Rekorder anzupassen. Cdrecord wird es nicht anzeigen,
wenn der -swab Schalter bereits für einen Track angegeben ist.
-data Wenn dieser Schalter vorhanden ist, werden alle nachfolgenden
Tracks im CD-ROM mode 1-Yellow-Book-Format geschrieben. Die
Datengröße ist ein Vielfaches von 2048 Byte. Die Datei mit den
Track-Daten sollte ein ISO-9660- oder Rock-Ridge-Dateisystem-
Image enthalten (vergleichen Sie mkisofs für mehr Details).
Wenn der Daten-Track ein ufs-Dateisystem-Image ist, sollte die
Fragment-Größe 2 KB oder höher sein, um CD-Laufwerken mit 2KB-
Sektor-Größe das Lesen zu ermöglichen.
-data ist standardmäßig aktiviert, solange kein anderer Schalter
vorhanden und die Datei keine der bekannten Audiodateitypen ist.
Wenn weder -data noch -audio angegeben wurde, wählt cdrecord
automatisch -audio für alle Dateinamen, die mit .au oder .wav
enden, und -data für alle anderen Dateien.
-mode2 Wenn dieser Schalter angegeben wird, werden alle nachfolgenden
Tracks im CD-ROM mode 2-Format geschrieben. Die Datengröße
entspricht einem Vielfachen von 2336 Bytes.
-xa Wenn dieser Schalter angegeben wird, werden alle nachfolgenden
Tracks im CD-ROM XA mode 2 form 1-Format geschrieben. Die
Datengröße entspricht einem Vielfachen von 2048 Bytes. Die XA-
Sektor-Unterheader werden vom Laufwerk erzeugt. Mit dieser
Option wird der gleiche Schreibmodus wie bei der -multi Option
genutzt.
-xa1 Wenn dieser Schalter vorhanden ist, werden alle nachfolgenden
Tracks im CD-ROM XA mode 2 form 1-Format geschrieben. Die
Datengröße entspricht einem Vielfachen von 2056 Bytes. Die XA-
Sektor-Unterheader sind Teil der Nutzdaten und müssen vom Anwen-
dungsprogramm bereitgestellt werden, das die zu schreibenden
Daten erzeugt.
-xa2 Wenn dieser Schalter vorhanden ist, werden alle nachfolgenden
Tracks im CD-ROM XA mode 2 form 2-Format geschrieben. Die
Datengröße entspricht einem Vielfachen von 2324 Bytes. Die XA-
Sektor-Unterheader werden vom Laufwerk erzeugt.
-xamix Wenn dieser Schalter vorhanden ist, werden alle nachfolgenden
Tracks auf eine Art und Weise geschrieben, die einen Mix des CD-
ROM XA mode 2 form 1/2-Formats ermöglichen. Die Datengröße
entspricht einem Vielfachen von 2332 Bytes. Die XA-Sektor-
wird die Option -isosize gebraucht, damit cdrecord das Einlesen
der letzten zwei Auslaufblöcke verhindert, die jeder CD-Rekorder
im "Track At Once"-Modus hinzufügt. Diese zwei Blöcke können
nicht gelesen werden und würden einen Buffer-Underrun verur-
sachen, was zu einer fehlerhaften Kopie führen würde. Benutzen
Sie diese Option nicht, wenn die Datei von mkisofs erstellt
wurde und wenn cdrecord die Track-Daten direkt von der Standard-
eingabe einliest. Im ersten Fall würden Sie cdrecord daran hin-
dern, die Auffüllbytes, die von mkisofs angehangen wurden, zu
schreiben und im zweiten Fall wird es nicht funktionieren, da
die Standardeingabe nicht durchsucht werden kann.
Wenn -isosize für einen Track verwendet wird, wird cdrecord
automatisch Auffüllbytes für diesen Track verwenden, so wie dies
bei der -pad Option der Fall wäre, aber die Größe des Auffüllbe-
trags kann kleiner sein, als die von mkisofs verwendete Größe.
Beachten Sie, dass die Verwendung von -isosize auf einem Track
der Sparc-Bootinformationen enthält, diese zerstört.
Beachten Sie auch, dass diese Option nicht verwendet werden
kann, um die Größe eines Dateisystems zu bestimmen, wenn die
Multisession-Option angegeben wurde.
-pad Wenn es sich um einen Daten-Track handelt, werden zu diesem und
den folgenden Daten-Tracks je 15 Sektoren Null-Daten
hinzugefügt. In diesem Fall wird die -pad Option auch durch die
padsize= Option verdrängt. Es gilt dann als eine Abkürzung für
padsize=15s. Wenn sich die -pad Option auf einen Audio-Track
bezieht, wird cdrecord die Audiodaten zu einem Vielfachen von
2352 Bytes erweitern. Die Auffüllung der Audiodaten erfolgt mit
binären Nullen, was vollkommener Stille entspricht.
-pad bleibt solange aktiv, bis es durch -nopad wieder abgestellt
wird (für nachfolgende Tracks).
padsize=#
Gibt die Menge der Daten an, die an den jeweils nächsten Track
angehängt werden. Im Gegensatz zum Verhalten der -pad Option
wird der padsize= Wert für die restlichen nachfolgenden Tracks
auf 0 zurückgesetzt. Cdrecord geht von einer Sektorgröße von
2048 Bytes für die padsize= Option aus, unabhängig von der
realen Sektorgröße und vom Schreibmodus. Die Megabytes die in
der ausführlichen (verbose) Ausgabe erscheinen, zählen jedoch
die Ausgabesektorgröße, die z.B. 2448 Bytes im RAW/RAW96-Modus
beträgt. Vergleichen Sie mit der fs= Option für mögliche Argu-
mente. Um das Äquivalent von 20 Minuten auf der CD aufzufüllen,
verwenden Sie padsize=20x60x75s. Benutzen Sie diese Option,
wenn ihr CD-Laufwerk die letzten Sektoren eines Tracks nicht
lesen kann oder wenn die CD auf einem Linux-System mit dem
"ISO-9660 filesystem read ahead bug" verwendet werden soll.
Wenn eine leere Datei als Quelle dienen soll, kann diese Option
auch dazu genutzt werden, eine Disk nur aus den Auffülldaten zu
-noshorttrack
Der Red-Book-Standard muss wieder eingehalten werden, d.h. es
werden keine Tracks mit weniger als 4 Sekunden Länge zugelassen.
pregap=#
Setzt die Pausenlänge vor dem nächsten Track. Diese Option ist
z.Z. nur mit den TEAC-Laufwerken sinnvoll, wenn "Track At
Once"-CDs ohne die 2 Sekunden Pause vor jedem Track erstellt
werden sollen.
Diese Funktion verschwindet möglicherweise in den zukünftigen
Versionen.
-preemp
Wenn dieser Schalter vorhanden ist, werden die Einträge des
Inhaltsverzeichnisses für die nachfolgenden Audio-Tracks als
gesampelt mit 50/15 µsec pre-emphasis angezeigt. Die Daten wer-
den jedoch nicht während des Datentransfers zwischen der Datei
und dem Rekorder geändert. Diese Option hat keine Wirkung auf
die Daten-Tracks.
-nopreemp
Wenn dieser Schalter vorhanden ist, zeigen die Einträge des
Inhaltsverzeichnisses für die nachfolgenden Audio-Tracks an,
dass die Audiodaten mit linearen Daten gemastert sind - dies ist
der Standard.
-copy Wenn dieser Schalter vorhanden ist, zeigen die Einträge des
Inhaltsverzeichnisses für die nachfolgenden Audio-Tracks der
resultierenden CD an, dass die Audiodaten ohne Beschränkungen
kopiert werden dürfen. Diese Option hat keine Wirkung auf
Daten-Tracks.
-nocopy
Wenn dieser Schalter vorhanden ist, zeigen die Einträge des
Inhaltsverzeichnisses für die nachfolgenden Audio-Tracks der
resultierenden CD an, dass die Audiodaten nur einmal für die
private Nutzung kopiert werden dürfen - dies ist der Standard.
-scms Wenn dieser Schalter vorhanden ist, zeigen die Einträge des
Inhaltsverzeichnisses für die nachfolgenden Audio-Tracks der
resultierenden CD an, dass die Audiodaten nicht mehr kopiert
werden dürfen.
tsize=#
Wenn das Image des nachfolgenden Tracks direkt auf einer "rohen"
Disk vorliegt, gibt diese Option die Menge der Daten auf dieser
Disk an. Wenn das Image des nachfolgenden Tracks in einer Datei
gespeichert ist, wird die Track-Größe durch die Größe dieser
Datei bestimmt. Wenn der Track ein ISO-9660-Dateisystem
enthält, sollte die Option -isosize zum Bestimmen der Länge ver-
wendet werden.
target ID sei 2.
Aufnahme einer einfachen CD-ROM mit Double-Speed mit Daten aus der
Datei cdimage.raw:
cdrecord -v speed=2 dev=2,0 cdimage.raw
Herstellung einer Image-Datei mit ISO-9660-Dateisystem und Rock-Ridge-
Erweiterungen:
mkisofs -R -o cdimage.raw /home/joerg/master/tree
Ein Test der erstellten Datei vor dem Schreiben auf die CD auf Solaris:
mount -r -F fbk -o type=hsfs /dev/fbk0:cdimage.raw /mnt
Und mit Linux:
mount cdimage.raw -r -t iso9660 -o loop /mnt
Nun geht es weiter mit:
ls -lR /mnt
umount /mnt
Wenn die Gesamtleistung des Systems ausreichend und die Dateistruktur
nicht zu komplex ist, kann cdrecord auch ohne ein CD-Image auskommen.
Benutzen Sie einfach die Pipeline:
mkisofs -R /master/tree | cdrecord -v fs=6m speed=2 dev=2,0 -
Die empfohlene FIFO-Größe für die Ausführung einer solcher Pipeline ist
4 MB. Da diese Größe bereits voreingestellt ist, wird die Angabe der
Option fs= nur dann benötigt, wenn Sie eine andere Größe verwenden
möchten. Falls ihr System bereits ausgelastet ist, sollten Sie auch
mkisofs in Echtzeit ausführen: Um die Priorität von mkisofs zu erhöhen,
ersetzen Sie den Befehl
mkisofs -R /master/tree
durch
priocntl -e -c RT -p 59 mkisofs -R /master/tree
auf Solaris bzw. durch
nice --18 mkisofs -R /master/tree
auf Systemen, die die UNIX International-kompatible Echtzeitverar-
beitung nicht unterstützen (z.B. Linux).
Cdrecord läuft mit der Priorität 59 auf Solaris und Sie sollten mkisofs
nicht mit einer Priorität höher als 58 ausführen. Auf anderen Systemen
sollten Sie mkisofs mit wenigstens nice --18 ausführen.
cdrecord -v -dummy speed=2 dev=2,0 -audio track*.cdaudio
Erstellung einer Mixed-Mode-CD mit einem ISO-9660-Dateisystem aus der
Datei cdimage.raw als ersten Track, die restlichen Audio-Tracks werden
aus den Dateien track01.cdaudio, track02.cdaudio, etc. erstellt:
cdrecord -v dev=2,0 cdimage.raw -audio track*.cdaudio
Vorgehensweise mit einem Brenner, der auf die Angabe der Track-Größe
vor dem Schreibvorgang besteht:
mkisofs -R -q -print-size /master/tree
gibt die Größe aus, die dann durch XXX in
mkisofs -R /master/tree | cdrecord speed=2 dev=2,0 tsize=XXXs -
übergeben wird.
Um eine möglichst exakte Audio-CD Kopie zu erstellen, ist erst
cdda2wav dev=2,0 -vall cddb=0 -B -Owav
und danach
cdrecord dev=2,0 -v -dao -useinfo -text *.wav
zu starten. Dies versucht die Track-Indizes zu kopieren und CD-Text-
Informationen von der Disk zu lesen. Gibt es keine CD-Text-Informatio-
nen, versucht cdda2wav stattdessen die Informationen von freedb.org
herunterzuladen.
Um eine Audio-CD mittels einer Pipe (ohne beteiligte Dateien) zu
kopieren, ist zuerst
cdda2wav dev=1,0 -vall cddb=0 -info-only
und nun
cdda2wav dev=1,0 -no-infofile -B -Oraw - | \
cdrecord dev=2,0 -v -dao -audio -useinfo -text *.inf
auszuführen. Dies ergibt alle Informationen (inklusive der Track-
Größen) aus den *.inf Dateien und liest dann die Audiodaten von der
Standardeingabe.
Wenn Sie das Schreiben von der Standardeingabe bevorzugen, müssen Sie
sicherstellen, dass cdrecord mit einer hinreichend großen FIFO-Größe
(z.B. fs=128m) gestartet wird, die Schreibgeschwindigkeit auf einen
Wert kleiner als die Lesegeschwindigkeit des Quelllaufwerks reduziert
wird (z.B.: speed=12) und die burn-free Option für den Rekorder mittels
Setzt die Größe des FIFO (vergleichen Sie auch die fs= Option).
CDR_FORCERAWSPEED
Wenn diese Umgebungsvariable gesetzt ist, wird cdrecord
erlauben, mit der vollen RAW-Encoding-Geschwindigkeit, die eine
einzelne CPU unterstützt, zu schreiben. Dies führt mit großer
Wahrscheinlichkeit zu Buffer-Underruns. Nutzen Sie dies mit
Vorsicht.
RSH Ist die RSH Umgebungsvariable vorhanden, wird die entfernte
Verbindung nicht mit rcmd(3) erzeugt, sondern durch den Aufruf
des Programms, auf das RSH verweist. Verwenden Sie z.B.
RSH=/usr/bin/ssh, um eine Secure-Shell-Verbindung aufzubauen.
Beachten Sie, dass dies cdrecord zwingt, eine Pipe zum rsh(1)
Programm zu erzeugen und verbietet cdrecord den direkten Zugang
zum Netzwerksocket des entfernten Servers. Dies macht es
unmöglich, Performance-Parameter zu setzen und verlangsamt die
Verbindung, verglichen mit einer von root initiierten rcmd(3)
Verbindung.
RSCSI Ist die RSCSI Umgebungsvariable gesetzt, wird der entfernte
SCSI-Server nicht das Programm rscsi, sondern das Programm auf
das RSCSI verweist, sein. Beachten Sie, dass der Name des ent-
fernten SCSI-Serverprogramms ignoriert wird, wenn Sie sich mit
einem vom entfernten SCSI-Serverprogramm als Login-Shell
angelegten Account einloggen.
DATEIEN
/etc/default/cdrecord
Vorgaben für die folgenden Werte und Optionen können in der
Datei /etc/default/cdrecord gesetzt werden. Zum Beispiel:
CDR_FIFOSIZE=8m oder CDR_SPEED=2.
CDR_DEVICE
Dies enthält einen Geräte-Bezeichner, in der für den
Aufruf der SCSI-Transport-Library geeigneten Syntax oder
einen Namen aus /etc/default/cdrecord zum Identifizieren
eines bestimmtes Laufwerks im System.
CDR_SPEED
Setzt die standardmäßige Geschwindigkeit beim Schreiben
(vergleichen Sie auch mit der speed Option).
CDR_FIFOSIZE
Setzt die Größe des FIFO (vergleichen Sie auch mit der
fs= Option).
Alle anderen Einträge sind Bezeichnungen für Geräte im System.
Die Namen dürfen keine Zeichen wie ',', '/', '@' oder ':'
enthalten.
Das teilt cdrecord mit, dass ein Gerät namens teac1 am SCSI-Bus
0, Target 5, Lun 0 angeschlossen ist und mit 4-facher
Geschwindigkeit und FIFO-Größe von 8 MB betrieben werden soll.
Ein zweites Laufwerk kann am SCSI-Bus 1, Target 6, Lun 0 gefun-
den werden und nutzt die Standard-Geschwindigkeit und -FIFO-
Größe.
SIEHE AUCH
cdda2wav(1), readcd(1), scg(7), fbk(7), mkisofs(8), rcmd(3), ssh(1).
ANMERKUNGEN
Unter Solaris müssen Sie das Volume-Management abstellen, wenn der
USCSI SCSI-Transport-Code verwendet werden soll. Selbst Sachen wie
cdrecord -scanbus werden nicht funktionieren, solange die Volume-Ver-
waltung aktiv ist.
Im Track At Once-Modus erstellte Disks sind als Vorlage für eine indus-
trielle Massenproduktion ungeeignet. Für solche Projekte wird der Disk
At Once-Modus benötigt. Trotzdem können mit Track At Once erstellte
CDs normalerweise in allen CD-Laufwerken abgespielt werden. Einige
ältere Audio-CD-Player könnten jedoch einen 2 Sekunden langen Klick
zwischen 2 Audio-Tracks produzieren.
Die kleinste Größe eines Tracks ist 4 Sekunden bzw. 300 Sektoren. Wenn
Sie dennoch kleinere Tracks schreiben, wird der CD-Rekorder die
restlichen Sektoren mit Nullen auffüllen. Dies ist kein Fehler, auch
wenn die SCSI-Meldung dabei wie ein Fehler aussieht.
Cdrecord wurde mit einem aufgerüsteten Philips CDD-521 Rekorder sowohl
mit Single- als auch mit Double-Speed auf einer Sparcstation 20/502
problemlos getestet, langsamere Systeme sollten ebenfalls funktion-
ieren. Neuere Philips/HP/Plasmon/Grundig-Laufwerke, sowie Yamaha
CDR-100 und CDR-102 funktionieren ebenso. Der Plasmon RF-4100 läuft,
wurde aber noch nicht im Multisession-Betrieb getestet. Ein Philips
CDD-521, der noch nicht aufgerüstet ist, wird nicht funktionieren. Der
Sony CDU-924 wurde getestet, hat aber keine Hardware-Unterstützung für
XA-mode2 und kann deswegen keine standardkonformen Multisession-CDs
erstellen. Der Ricoh RO-1420C läuft, aber einige Anwender haben
anscheinend Probleme mit der Option speed=2, versuchen Sie bitte
speed=0 in diesem Fall.
Der Yamaha CDR-400 und alle neueren SCSI-3/MMC-konforme Geräte werden
sowohl im Single- als auch Multisession-Modus unterstützt.
Sie sollten mehrere Tests mit allen verfügbaren Geschwindigkeiten mit
der Option -dummy durchführen, wenn cdrecord auf einem unbekannten Sys-
tem ausgeführt wird. Das Brennen ist ein Echtzeit-Prozess. NFS kann
den konstanten Datenstrom nicht garantieren! Wenn Sie cdrecord dennoch
mit Images, die auf einem per NFS gemounteten Dateisystem befinden,
Wenn andere Benutzer den root-Zugang nicht nutzen dürfen, kann cdrecord
auch als suid-root installiert werden. Dies erlaubt es allen Benutzern
oder einer bestimmten Benutzergruppe, die keine root-Privilegien haben,
cdrecord auszuführen. Cdrecord prüft in diesem Fall, ob der reale
Benutzer Zugriffsrechte auf die angegebenen Dateien besitzt. Um allen
Nutzern die Verwendung von cdrecord zu gestatten, geben Sie Folgendes
ein:
chown root /usr/local/bin/cdrecord
chmod 4711 /usr/local/bin/cdrecord
Um einer beschränkten Benutzergruppe Ausführungsrechte zu geben, geben
Sie Folgendes ein:
chown root /usr/local/bin/cdrecord
chgrp cdburners /usr/local/bin/cdrecord
chmod 4710 /usr/local/bin/cdrecord
Außerdem müssen Sie die Gruppe cdburners auf dem System einrichten und
die Personen ihres Vertrauens in diese aufnehmen.
Geben Sie niemals Schreibrechte für Nicht-root-Benutzer an die
/dev/scg? Geräte, wenn Sie nicht jedem das Lesen/Schreiben/Formatieren
all Ihrer Disks erlauben wollen.
Sie sollten keine älteren Geräte, die mit disconnect/reconnect nicht
umgehen können, an den selben SCSI-Bus wie den CD-Brenner oder die
Quell-Disk anschließen.
Eine CD kann nicht mehr als 99 Tracks beinhalten.
Bei der Erstellung einer CD mit Audio- und Daten-Tracks sollte der
erste Track Daten beinhalten, da sonst eine CDplus erstellt werden
sollte (dies ist eine Multisession-CD mit Audio-Tracks innerhalb der
ersten Session und Daten-Tracks in der nächsten Session).
Viele Betriebssysteme sind aber nicht in der Lage, mehr als einen
(ersten) Daten-Track zu lesen, oder sie brauchen spezielle Software für
diese Zwecke.
Mehr Informationen über den SCSI-Befehlssatz eines HP CD-Rekorders
befindet sich unter:
http://www.hp.com/isgsupport/cdr/index.html
Falls Sie mehr Informationen über den SCSI-Befehlssatz eines nicht
unterstützten Rekorders besitzen, kontaktieren sich bitte den Autor
(s.u.).
Der Philips CDD-521 CD-Rekorder (selbst in der aufgerüsteten Version)
hat mehrere Firmware-Bugs. Einige davon machen es notwendig, dem Gerät
mehrmals den Saft abzudrehen oder neuzubooten.
nicht bestimmen, ob der DMA-Transfer abgeschlossen wurde.
· Es kann die Anzahl der gültigen Bytes in "auto-sense-data" nicht
bestimmen. Cdrecord kann nicht sagen, ob das Gerät überhaupt
irgendwelche Sense-Daten übermittelt.
· Es holt zu wenige Daten in der Auto-Sense-Abfrage
(CCS/SCSI-2/SCSI-3 braucht >= 18).
Die FIFO-Prozentausgabe wird berechnet, unmittelbar nachdem ein Daten-
block vom CD-Rekorder geschrieben wurde. Aus diesem Grund wird niemals
100%-FIFO angezeigt, sofern FIFO benutzt wird.
DIAGNOSE
Sobald die Meldung
Starting to write CD at speed %d in %s mode for %s session.
erschienen ist, können Sie den Start innerhalb von 9 Sekunden mit ^C
abbrechen.
Eine typische Fehlermeldung eines SCSI-Befehls sieht in etwa so aus:
cdrecord: I/O error. test unit ready: scsi sendcmd: no error
CDB: 00 20 00 00 00 00
status: 0x2 (CHECK CONDITION)
Sense Bytes: 70 00 05 00 00 00 00 0A 00 00 00 00 25 00 00 00 00 00
Sense Key: 0x5 Illegal Request, Segment 0
Sense Code: 0x25 Qual 0x00 (logical unit not supported) Fru 0x0
Sense flags: Blk 0 (not valid)
cmd finished after 0.002s timeout 40s
Die erste Zeile zeigt die Information über den Transport des Befehls.
Der Text nach dem ersten Doppelpunkt ist die Fehlermeldung des Sys-
temaufrufs aus der Sicht des Kernels. Es ist i.d.R. ein I/O error
(Ein/Ausgabe-Fehler), solange kein anderes Problem aufgetreten ist.
Die nächsten Wörter enthalten eine knappe Beschreibung des fehlgeschla-
genen SCSI-Befehls. Der restliche Text informiert über Probleme, die
bei der Übertragung der Kommandos über den SCSI-Bus aufgetreten sind.
fatal error bedeutet, dass es nicht möglich war, den Befehl zu übertra-
gen (z.B. weil kein Gerät an der angegebenen Adresse vorhanden ist).
Die zweite Zeile gibt den SCSI-Kommando-Beschreibungs-Block des
fehlgeschlagenen Kommandos aus.
Die dritte Zeile enthält Informationen über den SCSI-Status-Code, der
zurückgegeben wurde, falls die Übertragung gelang. Es ist der Fehler-
code, den das SCSI-Gerät zurück gibt.
Die vierte Zeile ist ein hex-dump der auf den Befehl automatisch
zurückgegebenen Sense-Informationen.
Befehl wiedergibt, sowie einen Text für bestimmte Fehler. Die Block-
nummer ist nicht immer korrekt.
Die achte Zeile beinhaltet den Timeout für dieses Kommando und die real
benötigte Zeit.
Die folgende Meldung ist kein Fehler:
Track 01: Total bytes read/written: 2048/2048 (1 sectors).
cdrecord: I/O error. flush cache: scsi sendcmd: no error
CDB: 35 00 00 00 00 00 00 00 00 00
status: 0x2 (CHECK CONDITION)
Sense Bytes: F0 00 05 80 00 00 27 0A 00 00 00 00 B5 00 00 00 00 00
Sense Key: 0x5 Illegal Request, Segment 0
Sense Code: 0xB5 Qual 0x00 (dummy data blocks added) Fru 0x0
Sense flags: Blk -2147483609 (valid)
cmd finished after 0.002s timeout 40s
Es wird darüber informiert, dass ein Track zu klein ist und auf 300
Sektoren erweitert wurde.
BUGS
Cdrecord hat sogar noch mehr Optionen als ls.
Es sollte eine Wiederherstellungsoption geben, die CDs wieder nutzbar
macht, die während eines Stromausfalls beschrieben wurden.
DANKSAGUNGEN
Bill Swartz (Bill_Swartz@twolf.com)
Für Hilfe bei der Treiber-Unterstützung für TEAC-Laufw-
erke.
Aaron Newsome (aaron.d.newsome@wdc.com)
Für die Erlaubnis, an seinem Sony-Laufwerk entwickeln zu
dürfen.
Eric Youngdale (eric@andante.jic.com)
Für die Unterstützung durch mkisofs.
Gadi Oxman (gadio@netvision.net.il)
Für die Tipps bezüglich des ATAPI-Standards.
Finn Arne Gangstad (finnag@guardian.no)
Für die erste Implementierung des FIFOs.
Dave Platt (dplatt@feghoot.ml.org)
Für die Erstellung einer experimentellen Paket-Schreib-
Unterstützung, die erste Implementation der CD-RW
Löschen-Unterstützung, den ersten .WAV-Decoder und viele
nette Diskussionen über cdrecord.
Schreiben von RAW-Daten-Sektoren).
MAILINGLISTEN
Wenn Sie sich an der Weiterentwicklung von cdrecord aktiv beteiligen
wollen, können Sie die cdwriting-Mailingliste abonnieren:
http://lists.berlios.de/mailman/listinfo/cdrecord-developers
Die Mail-Adresse dieser Liste ist: cdwrite@other.debian.org
AUTOR
Jörg Schilling
Seestr. 110
D-13353 Berlin
Deutschland
Zusätzliche Informationen können gefunden werden unter:
http://www.fokus.fhg.de/usr/schilling/cdrecord.html
Haben Sie Support-Fragen, senden Sie sie an:
cdrecord-support@berlios.de
oder cdwrite@other.debian.org
Sind Sie sicher, dass Sie einen Fehler gefunden haben, senden Sie ihn
an:
cdrecord-developers@berlios.de
oder schilling@fokus.fhg.de
Zum abonnieren nutzen Sie:
http://lists.berlios.de/mailman/listinfo/cdrecord-developers
oder http://lists.berlios.de/mailman/listinfo/cdrecord-support
Der alten cdwrite-Mailingliste können Sie durch eine E-Mail an
cdwrite-request@other.debian.org
beitreten, indem Sie das Wort subscribe im Text aufführen. Die E-Mail-
Adresse der Liste ist:
cdwrite@other.debian.org
ÜBERSETZUNG
Jens Seidel <tux-master@web.de>
Umfangreiche Aktualisierungen von Eduard Bloch's Übersetzung
(24.12.2003). Bitte alle Vorschläge und Korrekturen an mich senden.
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